Der Verdauungstrakt

Nimm Dir ein Glas Wasser und lasse zwei Zuckerstücke in das Wasser fallen. Jetzt schüttelst Du das Glas, danach löst sich der Zucker in kleine Teilchen auf. Wir können den Zucker so nicht mehr sehen.

Der Verdauungstrakt – Was will ich damit verdeutlichen?

Habt Du Dir schon einmal klar gemacht, dass nur Stoffe, die so klein sind wie dieser aufgelöste Zucker, durch Deine Darmwände in den Kreislauf des Körpers gelangen?Erst dann wenn die Stoffe in unserem Darm angekommen sind, können sie zum Zellaufbau oder zur Energiegewinnung beitragen. Unser Verdauungstrakt ist ein sehr komplexes und hochintelligentes System.

Könnten so große Teilchen,  wie die sichtbaren Zuckerkristalle durch die Darmwand wandern, wäre unser Darm ein Sieb. Dadurch wird ersichtlich welche Höchstleistung unser Verdauungstrakt tagtäglich vollbringt. Er benötigt eine Menge Energie, wenn er aus Brot oder Wurst die verwertbaren Bestandteile auflösen muss. Schließlich muss er sie in so kleine Teilchen auflösen, wie diese Zuckerstückchen.

der verdauungstrakt
Unser Darm

Der Verdauungstrakt – die Verdauung

Als Verdauung bezeichnet man folgende Vorgänge im Körper:

  • die Nahrung wird aufgenommen,
  • sie wird mechanisch zerkleinert
  • und danach wird sie mit Hilfe von Enzymen in winzig kleine Einheiten aufgespalten.

Dadurch können die enthaltenen Nährstoffe über das Blut transportiert werden. Diese Nährstoffe werden dann letztendlich den Organen zur Verfügung gestellt.

Der Verdauungstrakt – Wo fängt die Verdauung an?

Die erste Station ist der Mund. Der Mund erfüllt im Rahmen der Nahrungsaufnahme 3 Funktionen.

1. Funktion ist der Temperaturausgleich: Die kalte Nahrung wird erwärmt; zu heiße Nahrung wird gekühlt oder ausgespuckt, bevor sie die Speiseröhre verbrennt.

2. Funktion ist die Zerkleinerung: Die mechanische Zerkleinerung der Nahrung erfolgt beim Kauen. Klar, je länger und intensiver Du kaust  ➔ um so besser!

3. Funktion: Hier im Mund beginnt bereits die Kohlenhydratverdauung. Der Speichel enthält das Enzym Ptyalin, das die Aufgabe hat, die Kohlenhydrate aufzuspalten.

Kohlenhydrate können nur dann richtig verdaut werden, wenn wir ausreichend kauen und einspeicheln, denn Ptyalin wird nur im Mund produziert.

Später kann dieser Vorgang nicht mehr ausgeglichen werden. Du kannst das leicht selbst testen: Esse ein Stückchen Brot und kaue dies ganz lange. Du wirst feststellen, dass die Kohlenhydratverdauung bereits im Mund beginnt. Nach einer gewissen Zeit schmeckt das Brot ganz süßlich, jetzt hat das Enzym die Stärke aus dem Brot in Zucker umgewandelt.

Die Zunge gehört im Verdauungstrakt zur Security-Abteilung. Sie entscheidet anhand des Geschmackes und der Temperatur eines Stoffes, ob dieser nun geschluckt werden kann. So regelt sie auch ober der Stoff in den Blutkreislauf gelangt oder nicht. Ist der Stoff zu gefährlich, wird er unverrichteter Dinge weggeworfen bzw. ausgeschieden.

Was passiert mit dem Verdauungsbrei, wenn wir ihn herunterschlucken?

Über den Rachen führt die Speiseröhre unterhalb des Zwerchfells in den Magen. Über die Speiseröhre gelangt die Nahrung zu ihrer zweiten Station, dem Magen.

Die Magensäure und das Enzym Pepsin zerlegen die Eiweißstoffe in die verschiedenen Aminosäuren. Je konzentrierter diese Magensäfte sind, umso besser können sie arbeiten. Deshalb sollst Du ca. ½ Stunde vor dem Essen nicht mehr trinken und auch nach dem Essen eine Trinkpause machen (ca. 1 Stunde). So werden die Verdauungssäfte nicht unnötig verdünnt.

Die Nahrungsmittel bleiben unterschiedlich lange im Magen. Das Eiweiß braucht länger als die Kohlenhydrate und fettreiche Nahrung länger als fettarme.

Der Verdauungstrakt: Wo landet die im Magen vorverdaute Nahrung?

Die Nahrung bzw. der Nahrungsbrei wird durch peristaltische Bewegungen immer in eine Richtung – also in diesem Fall von oben nach unten  – weiter transportiert. Schließlich wird die Nahrung im Laufe der Verdauung in kleinste Moleküle aufgespalten.

Diese Moleküle werden über die Dünndarmschleimhaut aufgenommen und in die Blutbahn (Lymphbahn) geleitet. Unser Organismus kann daraus Energie gewinnen oder körpereigenes Material aufbauen.

Die unverdaulichen Nahrungsbestandteile gelangen schließlich in den Dickdarm und werden als Stuhl ausgeschieden.Bei fetthaltigen Speisen gibt die Gallenblase Galle in den Dünndarm ab. Sie zerteilt das Fett in kleinste Tröpfchen. Die ausreichend verdaute Nahrung kann nun die Darmwand passieren und ins Blut wandern, so dass sie dann überall dorthin transportiert wird, wo sie gebraucht wird.

Der Verdauungstrakt – Ein Kontrollsystem?

Die Nahrung wird kontrolliert,  gegessen, zerkleinert und sortiert. Die nützlichen Rohstoffe (Eiweiße, Fette, Kohlenhydrate) werden verdaut. Sie werden aber so aufgenommen, dass sie vom Organismus verarbeitet werden können. Ob als Baumaterial, als Speichermaterial (Fett) oder zur unmittelbaren Energiegewinnung.

Die Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundären Pflanzenstoffe werden ihren Bestimmungsorten zugeführt. Die unnützen Rohstoffe werden weggeworfen (in Form von Stuhl ausgeschieden).

Was geschieht mit dem Rest?

Die vierte und letzte Station im Verdauungstrakt ist nun der Dickdarm. Hier werden noch die letzten verwertbaren Stoffe und die Flüssigkeit entzogen. Die Darmperistaltik befördert den restlichen Darminhalt zum Enddarm und wird dann über den After ausgeschieden.

Die Darmperistaltik, das heißt die Knetbewegung des Darms setzt nur bei Bedarf ein. Die Muskulatur reagiert dabei auf einen Druckreiz von innen und genau deshalb sich die Ballaststoffe in unserer Nahrung so wichtig.

Ich will Dir mit diesem Beitrag verdeutlichen wie wichtig der Verdauungstrakt und damit auch unser Darm für uns ist. Im Darm liegt unser großes Immunsystem, es heißt nicht umsonst:

Ist der Darm gesund – ist der Mensch gesund.

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