Jod in der Schwangerschaft

Jod in der Schwangerschaft

Neben Folsäure wird sehr oft auch Jod in der Schwangerschaft empfohlen. Deshalb enthalten viele Folsäure-Präparate für Schwangere  auch eine bestimmte Menge Jod.

Schwangeren wird ein Tagesbedarf von etwa 230 bis 260 Mikrogramm Jod empfohlen.  Ausnahme natürlich bei Frauen mit einer bekannten Überfunktion der Schilddrüse!

Es heißt immer wieder mit der Nahrung kann diese Jodmenge nicht immer aufgenommen werden. Deshalb enthalten Nahrungsergänzungsmittel für werdende Mütter ab der 12. Schwangerschaftswoche zwischen 100 und 150 Mikrogramm Jod.

Jodmangel oder nicht

Schwangeren, die an einer Unterfunktion der Schilddrüse leiden, wird sogar bis zu 200 Mikrogramm Jod in Tablettenform gegeben. Man geht von einem weit verbreiteten Jodmangel in der Bevölkerung aus. Und das obwohl etliche Fachleute auf einen weit verbreiteten Jodüberschuss hinweisen.  Sie machen uns auch immer wieder auf die zunehmenden Schilddrüsenerkrankungen infolge eines solchen Überschusses aufmerksam.

Natürlich ist Jod ein wichtiges Spurenelement, von dem eine Schwangere mehr benötigt, als eine Nichtschwangere. Jod ist für das gesunde Wachstum des Embryos mitverantwortlich. Jod bzw. die daraus hergestellten Schilddrüsenhormone sind an der Knochenbildung und der Gehirnentwicklung des Babys beteiligt. Aber ein Jodüberschuss kann auch gefährlich sein. Es kann sowohl beim Kind als auch bei der Mutter zu Schilddrüsenstörungen führen.

Jod in der Schwangerschaft

Deshalb sollte die Ernährung einer Schwangeren analysiert und der Jodstatus berücksichtigt werden. Man kann im Urin die Jodausscheidung messen, so können zuverlässige Schlüsse auf den Jodstatus gestellt werden.

Zur Beurteilung kann man sich folgende Fragen stellen:

  • Wird jodiertes Speisesalz verwendet? Wenn ja, wie viel etwa

Bei einem Verzehr von 5 Gramm Jodsalz pro Tag nimmt man bereits 75 bis 125 Mikrogramm Jod zu sich (abhängig von der Jodmenge im Salz). Kristall-, Stein- und Meersalz enthalten nur geringe Mengen Jod.

Weitere Kriterien zu Jod in der Schwangerschaft:

  • Wird Brot gegessen, das Jodsalz enthält? (Bäcker fragen)
  • Werden Wurst- und Fleischprodukte gegessen, die Jodsalz enthalten? (Metzger fragen)
  • Werden jodhaltige Nahrungsergänzungsmittel genommen (auch Mulitvitaminpräparate können Jod enthalten)?
  • Gehören Meeresalgen zum Speiseplan? Diese sind sehr häufig jodhaltig und sollten höchstens jeden zweiten Tag in sehr kleinen Mengen gegessen werden.
  • Wenn sich jemand mit reichlich Jodsalz und jodierten Produkten ernährt, sollten nicht zusätzlich noch Meeresalgen verzehrt werden.
  • Wird regelmäßig Seefisch verzehrt? Wenn ja, welcher Fisch und wie oft pro Woche wird er verzehrt? Zuchtfisch aus Aquakulturen wird meist mit jodiertem Futter gemästet und enthält viel mehr Jod als der frei lebende Fisch).
  • Werden viele Milchprodukte gegessen? Milch von Tieren, die jodiertes Futter erhalten, ist mit Abstand jodhaltiger als Produkte von Tieren, die unjodiertes Futter bekommen.
  • Beim Mineralwasser sollte man auf das Etikett schauen. Einige enthalten Jod und können – je nach Trinkmenge – rasch zu einem Jodüberangebot führen.

Wer also Jodsalz verwendet oder jodierte Fertiglebensmittel sowie tierische Produkte und Seefisch isst, sollte die verzehrten Jodmengen überschlagen. Erst danach sollte er zu Jodtabletten greifen, denn es kann auch zu einem Jodüberschuss kommen.

Ernährst Du Dich ohne Jodsalz, ohne Fertigprodukte und ohne tierische Produkte, dafür aber jodhaltige Nüsse, Hülsenfrüchte und Gemüse wirst Du ebenfalls keine Jodzufuhr benötigen. Kommen dazu noch Salate sowie grüne Smoothies in ausreichenden Mengen und gelegentlich etwas Meeresalgen als Gewürz oder zwei- bis dreimal die Woche Seefisch solltest Du bestens mit Jod in der Schwangerschaft versorgt sein.

Diese Hinweise gelten für gesunde Frauen. Schwangere, die bereits an einer Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse oder an einer Schilddrüsenstörung leiden, sollten ihren Jodbedarf mit einem Arzt besprechen.

Hier gehts zur nächsten Seite mit dem Thema: Magnesiummangel in der Schwangerschaft